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Red River - Tränen aus Blut
Red River - Tränen aus Blut
Nach einer Erzählung von Martin Schmidtke

© 2011 iListen
ISBN 978-3-943056-05-1
Hörspiel
Genre: Western
(Spieldauer ca. 60 Min)
empfohlen ab 12 Jahren

CD Preis 7.95 €

MP3 Preis 1.99 €
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Texas, 1855. Jesse und Joe, zwei junge Europäer auf dem Weg durch den Wilden Westen. Auf der Suche nach Abenteuern und ihrem einzigen Verwandten in Amerika, dem Farmer John. Als sie ihn finden, lauert auf sie auch schon die Gefahr. Werden die beiden jungen Männer ihre Naivität rechtzeitig ablegen, um der Bedrohung entgegentreten zu können? Sind sie hart genug für diese neue Welt, in der nur das Gesetz des Stärkeren zu gelten scheint?

HÖRPROBE

CAST:

John Lawson: Jan-David Rönfeldt Bill: Matthias Klimsa
Jesse Spooner: Jesse Grimm Eugene: Rasmus Borowski
Joe Spooner: Johannes Semm Catherine: Simona Pahl
Lafayette: Michael Grimm  
 

 

Martin Schmidtke Martin Schmidtke (*10. September 1973 ) ist Autor, Hörspielproduzent und Tontechniker

Red River ist sein Debut als Autor und Hörspielproduzent.

 

Herr Schmidtke. Laufen sie zuhause eigentlich mit Cowboyhut herum?
Martin Schmidtke: Nein, ich trage auch keine Cowboystiefel. Auch Federschmuck nur sehr selten. Tut mir leid.

Aber ihr erstes großes Hörspiel ist ein Western geworden. Warum?
Tja. Eigentlich eher zufällig. Tatsächlich haben die beiden Hauptdarsteller Jesse Grimm und Johannes Semm mich gefragt, ob ich ihnen ein Hörspiel schreiben könnte, am liebsten einen Western. Anfangs war das nur ein Jux. Doch mir gefiel die Idee sehr gut. Und plötzlich waren die Charaktere und die Rahmenhandlung in meinem Kopf. Also dachte ich mir: OK. Lass uns ein Western-Hörspiel machen.

Von denen es ja nicht viele gibt.
Das hab ich dann hinterher auch rausgefunden.

Woran liegt das?
Naja. Wenn man an die Wildwestfilme denkt, ist es auffällig, dass viele vor allem von gewaltigen Bildern leben. Also beeindruckende Landschaften, interessante Gesichter und viel wortloser Aktion. Denkt man an diese Western-Klischees, wird es für einen Hörspielmacher schwierig. Wie stellst du den schweigsamen, einsamen Reiter dar? Auch Schießereien oder Pferdeverfolgungsjagten sind kompliziert, wenn man auf das akustische  beschränkt ist.

Man könnte einen Erzähler einbauen.
Ja. Aber das wäre zu einfach. Ich finde es viel interessanter,  wenn man es schafft, dass sich die Geschichte durch die Handlung selbst erzählt. Außerdem ist Einschränkung meiner Erfahrung nach immer ein guter Weg zu kreativen und originären Ideen.

Aha. Red River ist in der Tat kein typischer Western im Stile von John-Wayne-Filmen oder Italo-Western. Woran haben sie sich orientiert?
Auch wenn ich sehr viele Hollywood und Italo-Western kenne und mag, habe ich mich zum einen eher an Büchern orientiert. Als Kind habe ich tatsächlich den ganzen Karl-May-Kram gelesen. Aber das meiste davon habe ich zum Glück vergessen. Sehr beeindruckt hat mich später jedoch der Roman „Der letzte Held“ vom amerikanischen Autor Thomas Berger. Das Buch wurde übrigens mit Dustin Hoffman als „Little big man“ verfilmt. Wie ich finde, nicht besonders gelungen.

Wie so oft.
Ja. Aber mein Ansatz zu Red River war eigentlich ein anderer als die bekannten Filme oder Bücher zum Thema Wilder Westen.

Ach was.
Ich habe mich gefragt, was macht denn eigentlich die universelle Faszination des sogenannten Wilden Westens aus? Also nordamerikas un- bzw. schwach besiedelte Gebiete im Zeitraum zwischen 1830 bis 1900.

Und?
Meiner Meinung nach fand dort eine historisch einmalige Situation statt. Das nämlich Menschen mit denkbar unterschiedlichsten Weltbildern und Werten auf einem Terrain zusammentrafen, auf dem es praktisch noch keine oder nur wenig zivilsatorische Strukturen wie Verwaltung, Recht und Ordnung oder moderne Infrastruktur gab. Oft auch keine gemeinsame Sprache hatten.

Wenn also z.B. deutsche Einwanderer auf Indianer treffen.
Genau. Viele dieser europäischen Einwanderer waren schon mit den Vorstellungen der amerikanischen Weißen der Ostküste überfordert. Klassenlose Gesellschaft und Glaubensfreiheit z.B. waren für viele Europäer im neunzehnten Jahrhundert einfach neue Erfahrungen. Tausende komplexe zwischenmenschliche Konflikte waren unvermeidlich. Und das alles in quasi anarchistischer Umgebung, weil der Arm des Gesetzes noch nicht in die jungen Territorien reichte.

Klingt nach Mord und Totschlag.
Ja. Genau das ist ja oft genug passiert. Und wenn man dann noch Faktoren wie Indianerzwangsumsiedlung, Sklavenhandel, Goldrausch, Bürgerkrieg, faktische Macht des Stärkeren verbunden mit chronischer Frauenknappheit bedenkt, ergeben sich die Wildwest-Geschichten ganz von selbst.

Klingt logisch.
Und genau das habe ich beim Schreiben von Red River getan.

Was? Indianer vertrieben?
Sehr witzig! Ich dachte, das wäre ein seriöses Interview.

Tschuldigung.
Angenommen.

Danke.
Ich habe mir die Hauptcharaktere ausgedacht und sie irgendwo im Wilden Westen ausgesetzt. Und siehe da: Die Geschichte entwickelt sich fast zwangsläufig von alleine. Auch der Humor ergibt sich dann von selbst durch die grotesken Situationen. Aber meiner Meinung nach wird Humor überbewertet.

Na, ich denke, so einfach wie das klingt war es dann doch nicht.
Doch, doch. Wenn die Handlung steht, ist der Rest nur noch Fleiß, Handwerk und ein bisschen Phantasie. Aber meiner Meinung nach wird Phantasie...

Überbewertet?
Richtig.

Wird es denn einen zweiten Teil geben?
Auf jeden Fall arbeite ich schon an der Fortsetzung. Bloß leider - das sei an dieser Stelle ruhig mal erwähnt – bin ich darauf angewiesen, dass die Hörspielfans die Werke auch käuflich erwerben und sich nicht bloß an Kopien bedienen.

Was im Übrigen immer noch illegal ist.
Ja. Aber darum geht es mir nicht. Es ist einfach wichtig, den Hörspielfans zu erklären, dass es nur so lange neue hochwertige Hörspielproduktionen mit professionellen Sprechern geben wird, solange auch jemand bereit ist, für Hörspiele Geld auszugeben. Ansonsten darf man sich nicht beschweren, wenn es irgendwann nur noch Schrott auf dem Markt gibt.

Aber zurück zu ihrer Frage.

Wer Red River gehört hat, dem ist klar, dass es eine Fortsetzung geben muss.

Das wollte ich hören.
Ich weiß.

Abschließend noch eine Frage zur Musik. Die ist ja alles andere als von der Stange. Sie waren auch daran beteiligt?
Kaum. Ich habe lediglich ein paar Akkorde auf der Laute geschlagen. Das große Lob gebührt hier Johannes Semm und seinem Musiker-Kollektiv von Flash-Analogue, die fast die komplette Musik gestaltet haben. Mir war es wichtig, dass möglichst viele natürliche Instrumente verwendet werden. Analog ist einfach besser, nicht wahr. Die Jungs um Johannes haben das ganz hervorragend umgesetzt. Meinen Dank dafür an dieser Stelle.

Und ich danke für das Gespräch.

Meinungen:

Das Hörspiel bringt eine Kombination von klassischen Western-Elementen und Krimi, wobei auch der Humor nicht zu kurz kommt. Die Story entwickelt sich langsam und unterhaltsam, nimmt den Hörer bei der Hand bringt spannende Aspekte zu Gehör. Ein nettes Hörspiel ohne Ecken und Kanten, das jedoch wenig Überraschungen zu bieten hat.

Das Ende ist so angelegt, dass eine Fortsetzung möglich ist. Man darf also gespannt sein.

Note 3

Hörspiegel-Skala:(von 10 erreichbaren Punkten)

Story/Inhalt: 7,0
Atmosphäre: 7,0
Sprecher: 8,0
Soundtrack: 7,0
Aufmachung: 6,0
Gesamtwertung: 7,0

(Quelle: Der Hörspiegel)


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